Die Geschichte des Nicolaistollens


Anfang des 16. Jahrhunderts erhob sich im auf dem Gebiet der heutigen Stadt Hora Svate Kateriny (Katharinenberg) ein Berggeschrei: Zinn und Kupfer ward gefunden. Zuerst wurden Zinnseifen, d.h. Zinn, welches der Fluss aus Lagerstätten ausgespült hatte und sich im Flussbett ablagerte, ausgebeutet. Wie später die Goldwäscher in Amerika wusch man die Zinnerze aus dem Flussgeröll aus.
Als diese Lagerstätten aufgebraucht waren, wurde erst der obertägige und später der untertägige Bergbau aufgenommen.
Später wurden auch Bleierze abgebaut.
Der Nicolaistollen wurde im 19 Jahrhundert, das letzte mal aufgefahren. Das Stollensystem ist unter der Talsohle des Schweinitzbaches mit dem Fortunastollen verbunden.
Anfang des 20. Jahrhunderts entschloss man sich, hier ein Besucherbergwerk einzurichten (s. Galerie).
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Stollen verschlossen. Seit einiger Zeit vermutet man, dass Einheiten der Wehrmacht bzw. der SS in Nebenstollen Akten oder Wertgegenstände, wie z.B. das Bernsteinzimmer eingelagert haben. Gustav Gaensel versucht daher, den Stollen wiederaufzufahren und die Stichhaltigkeit der Gerüchte zu ergründen.
Im Juni 2001 wurde der südliche Ausgang des Nicolaisstollens provisorisch freigeräumt. Mit einer Kamerasonde wurde ein Blick hinter die Betonwand, welche den Eingang absperrt, geworfen. Dabei sollen Kisten gesichtet worden sein. Seitdem ist nichts substanzielles passiert.
Angesichts der jüngsten Entwicklungen (Rückzug des Dt. Amerikaners aus der Grabungsaktivität, Bau eines Eingangs aus Betonelementen), ist zu erwarten, dass die tschech. Kommune das Besucherbergwerk wiedererrichten möchte. Angesichts des schon existierenden 'Erlebnisbergwerk Fortunastollen' auf deutscher Seite und des langsamen Baufortschritts ist zu befürchten, dass hier ein 'Disney-Bergwerk' zu Dumpingpreisen entsteht. Damit wäre keiner Seite geholfen und alle hätten ihre Eitelkeit befriedigt.
 
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 letzte Änderung: 11. März 2001